§ 1 Geltungsbereich & Anbieterin
Diese AGB gelten für die Nutzung der Online-Vermittlungsplattform Move-your-animal, betrieben von der VITALARISTA LLC (im Folgenden „Plattform"). Sie regeln das Verhältnis zwischen der Plattform, Kunden (Tierhalter) und Transporteuren (Tiertransport-Unternehmen). Die Plattform richtet ihr Angebot an Nutzer in der Europäischen Union; es gilt zwingendes EU-Verbraucherrecht (siehe § 9).
§ 2 Rolle der Plattform (Vermittlung)
Die Plattform ist ausschließlich Vermittlerin im Sinne der EU-Richtlinie 2000/31/EG (E-Commerce). Der Transportvertrag kommt direkt zwischen Kunde und Transporteur zustande; die Plattform wird nicht selbst Vertragspartei des Transports und schuldet keine Transportleistung. Sie stellt die technische Infrastruktur (Anfrage, Angebote, Kommunikation, Tracking) bereit und wickelt die Online-Zahlungen ab.
§ 3 Pflichten der Transporteure
- Gültige EU-Tiertransport-Zulassung (VO (EG) Nr. 1/2005)
- Befähigungsnachweis der Fahrer sowie gültige Tiertransport-Versicherung
- Einhaltung der Höchst-Transportzeiten (Typ 1 ≤ 8 h, Typ 2 für Langtransporte) und der EU-Tierschutz-Transportvorschriften
- Wahrheitsgemäße Angabe von Fahrzeug-, Lizenz- und Versicherungsdaten
- Kommunikation mit dem Kunden über die Plattform; kein Austausch von Kontaktdaten (§ 6a)
§ 4 Preise, Reservierungsgebühr & Bezahlung
Der Transporteur nennt in seinem Angebot seinen Transportpreis. Auf diesen Preis kommt die Reservierungsgebühr von 10 % des Transportpreises, die der Kunde bei der Buchung online an die Plattform zahlt. Der Gesamtpreis für den Kunden ist Transportpreis plus Reservierungsgebühr; er wird vor der Buchung ausgewiesen. Die Reservierungsgebühr macht die Buchung verbindlich und ist das Entgelt für die Vermittlung (§ 6). Für den Transportpreis wählt der Kunde bei der Buchung einen der Wege, die der Transporteur anbietet:
- Bar bei Ankunft: Online zahlt der Kunde nur die Reservierungsgebühr. Den Transportpreis zahlt er bei Ankunft bar an den Transporteur.
- 30 % Anzahlung: Online zahlt der Kunde die Reservierungsgebühr und 30 % des Transportpreises als Anzahlung. Die übrigen 70 % zahlt er bei Ankunft bar an den Transporteur.
- 50 % Anzahlung: Online zahlt der Kunde die Reservierungsgebühr und 50 % des Transportpreises als Anzahlung. Die übrigen 50 % zahlt er bei Ankunft bar an den Transporteur.
Eine Anzahlung nimmt der Betreiber für den Transporteur entgegen und leitet sie unmittelbar nach Zahlungseingang über Stripe an ihn weiter (§ 6). Insoweit hat der Kunde seine Zahlungspflicht gegenüber dem Transporteur mit der Zahlung an den Betreiber erfüllt. Ein getrennt geführtes Treuhandkonto besteht nicht. Die Online-Zahlung wickelt der Zahlungsdienstleister Stripe ab, die Weiterleitung an den Transporteur läuft ebenfalls über Stripe.
Bestätigung der AGB: Mit der verbindlichen Buchung bestätigt der Kunde diese AGB; der Transporteur bestätigt sie, wenn er die Buchung annimmt oder ein Gegenangebot abgibt. Zeitpunkt und Stand der AGB werden zur Buchung gespeichert.
§ 5 Stornierung & Erstattung
Mit der Buchung wird der Platz auf der Tour für den Kunden reserviert und für andere Anfragen gesperrt. Bis zur Bestätigung durch den Transporteur kann eine Anfrage jederzeit zurückgezogen werden; dabei entsteht noch keine Gebühr.
Absage durch den Kunden: Eine geleistete Anzahlung wird dem Kunden in jedem Fall erstattet. Die Reservierungsgebühr wird erstattet, wenn der Kunde mindestens 5 Tage vor dem Transporttermin absagt, damit der Transporteur den Platz anderweitig vergeben kann. Bei einer späteren Absage bleibt die Reservierungsgebühr bestehen, außer das Tier musste wegen einer schweren Krankheit oder Verletzung in eine Klinik; das weist der Kunde mit einer Bescheinigung des Tierarztes oder der Klinik nach, der Betreiber erstattet dann die Gebühr.
Absage oder Ausfall durch den Transporteur: Sagt der Transporteur ab, erscheint er nicht oder kommt der Transport aus einem anderen Grund nicht zustande, erhält der Kunde Reservierungsgebühr und Anzahlung vollständig zurück. Der Transporteur ist verpflichtet, eine bereits an ihn weitergeleitete Anzahlung zurückzuerstatten; der Betreiber darf sie über Stripe von seinem Auszahlungskonto einziehen. Wiederholte Absagen können zur Sperrung des Kontos führen.
Erstattungen laufen über Stripe auf das Zahlungsmittel, mit dem bezahlt wurde. Tatsächlich angefallene Gebühren des Zahlungsdienstleisters können dabei abgezogen werden.
Für den Transportvertrag selbst gelten ergänzend die Bedingungen des jeweiligen Transporteurs. Gesetzliche Rechte des Verbrauchers (§ 8) bleiben unberührt.
§ 6 Vergütung der Plattform
Die Plattform finanziert sich ausschließlich über die Reservierungsgebühr (Vermittlungsentgelt) in Höhe von 10 % des Transportpreises, die der Kunde zusätzlich zum Transportpreis bei der Buchung online an den Betreiber zahlt. Der Transporteur erhält seinen Transportpreis vollständig: bar bei Ankunft oder, bei einer Anzahlung, zum Teil durch Weiterleitung des Betreibers und zum Teil bar bei Ankunft (§ 4). Die Weiterleitung einer Anzahlung erfolgt unmittelbar nach Zahlungseingang über Stripe auf das Konto, das der Transporteur bei Stripe hinterlegt hat. Dafür verifiziert sich der Transporteur vor dem ersten Angebot bei Stripe; private Anbieter weisen sich dort zusätzlich mit Ausweisdokument und Selfie aus. Ist zu einer Buchung ein Vorfall gemeldet, wird erst nach dessen Klärung weitergeleitet. Abgezogen wird der Anteil der tatsächlich angefallenen Zahlungsdienst-Gebühren, der auf den weitergeleiteten Betrag entfällt; er wird in der Auszahlung getrennt ausgewiesen. Für Transporteure fallen keine Anmelde- und keine Monatsgebühren an. Die Aufteilung wird beiden Seiten vor Vertragsabschluss klar ausgewiesen.
§ 6a Kommunikation über die Plattform
Die gesamte Kommunikation zwischen Kunde und Transporteur — Absprachen zur Fahrt, Rückfragen, Nachweise und die Zahlung — läuft über die Plattform. Der Austausch von Kontaktdaten ist nicht gestattet. Dazu gehören Telefon- und Mobilnummern, E-Mail-Adressen, Messenger-Kennungen (etwa WhatsApp, Telegram, Signal, Instagram) sowie Umschreibungen, die auf dasselbe hinauslaufen, zum Beispiel ausgeschriebene Ziffern oder „name at anbieter punkt de".
Das hat zwei Gründe. Erstens finanziert sich die Plattform ausschließlich über die Reservierungsgebühr (§ 6); wer die Vermittlung nutzt und den Auftrag dann außerhalb abwickelt, umgeht diese Gebühr. Zweitens zählt bei Unstimmigkeiten über Preis, Termin oder Zustand des Tieres nur, was hier dokumentiert ist — Absprachen in privaten Chats kann der Betreiber weder nachvollziehen noch bewerten.
Nachrichten mit Kontaktdaten werden vom System abgewiesen. Der Betreiber kann bei wiederholten oder offensichtlichen Umgehungsversuchen Gebote sperren, das Konto vorübergehend deaktivieren und die Reservierungsgebühr für zustande gekommene Vermittlungen nachfordern.
Ausnahme für die Durchführung: Für die Übergabe des Tieres stellt die Plattform beiden Seiten die notwendigen Angaben zur Abholung bereit. Erreichbarkeit am Transporttag darf zusätzlich direkt vereinbart werden, soweit sie für die Durchführung erforderlich ist; Preisabsprachen und Nachweise gehören weiterhin ausschließlich in die Plattform.
§ 6b Ausfall, Nichtzahlung und Meldung
Der Betreiber vermittelt den Transport und wickelt die Online-Zahlung ab; er ist nicht Partei des Transportvertrags und haftet nicht für dessen Erfüllung, für Schäden am Tier oder für Zahlungen, die außerhalb der Plattform zu leisten sind. Sein Beitrag zur Sicherheit ist die Verifizierung der Transporteure über Stripe (Identität, Bankkonto, bei privaten Anbietern Ausweis und Selfie), die Dokumentation der Buchung und das Melde- und Erstattungsverfahren dieser AGB.
Meldung: Erscheint der Transporteur nicht, zahlt der Kunde den bei Ankunft fälligen Restbetrag nicht oder gibt es einen Schaden oder Betrugsverdacht, meldet die betroffene Seite das in ihrem Konto bei der Buchung über „Vorfall melden“. Der Betreiber klärt den Vorfall, erstattet nach § 5 und kann Bewertungen entsprechend kennzeichnen, Angebote sperren und das Konto der verantwortlichen Seite deaktivieren.
Weitergabe von Daten: Zur Durchsetzung berechtigter Ansprüche aus dem Transportvertrag, etwa bei nicht gezahltem Restbetrag oder bei einem Schaden, gibt der Betreiber der betroffenen Seite die ihm bekannten Vertrags- und Kontaktdaten der anderen Seite heraus (Name, Firma, Anschrift, E-Mail, Telefon), soweit das für die Geltendmachung erforderlich ist (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Beide Seiten willigen mit der Buchung in diese Weitergabe ein.
§ 7 Pflichten & Verhalten der Kunden
Der Kunde macht wahrheitsgemäße Angaben zu Tier, Strecke und erforderlichen Dokumenten und zahlt den vereinbarten Preis auf dem bei der Buchung gewählten Weg (§ 4). Erforderliche Tier- und Veterinärdokumente (z. B. Equidenpass, EU-Heimtierausweis, TRACES) sind rechtzeitig bereitzustellen. Die Kommunikation mit dem Transporteur läuft über die Plattform (§ 6a).
§ 8 Widerrufsrecht für Verbraucher (EU)
Verbrauchern steht nach der EU-Verbraucherrechte-Richtlinie (2011/83/EU) grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht für die über die Plattform erbrachte Vermittlungsleistung zu. Das Widerrufsrecht erlischt, wenn die Vermittlungsleistung mit ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers vollständig erbracht wurde, bevor der Verbraucher sein Widerrufsrecht ausgeübt hat.
Für den Transportvertrag selbst kann das Widerrufsrecht nach Art. 16 lit. l der Richtlinie ausgeschlossen sein, wenn ein bestimmter Termin bzw. Zeitraum für die Beförderung vereinbart wurde. Einzelheiten zum Widerruf und das Muster-Widerrufsformular werden dem Verbraucher vor Vertragsabschluss bereitgestellt.
§ 9 Haftung
Die Plattform haftet als Vermittlerin nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und bei Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit. Für die Durchführung des Transports und Schäden am Tier haftet allein der Transporteur nach dem Transportvertrag und seiner Versicherung. Zwingende gesetzliche Haftungsregelungen bleiben unberührt.
§ 10 Anwendbares Recht, Streitbeilegung & Gerichtsstand
Für Verbraucher mit gewöhnlichem Aufenthalt in der EU gilt das Recht ihres Wohnsitzstaates; die zwingenden Verbraucherschutzvorschriften dieses Staates bleiben stets anwendbar und können durch diese AGB nicht eingeschränkt werden. Im Übrigen (insbesondere gegenüber Unternehmern) gilt das am Sitz der Plattform anwendbare Recht.
Verbraucher können sich zur außergerichtlichen Streitbeilegung an eine Verbraucherschlichtungsstelle wenden. Die Plattform ist nicht verpflichtet und nicht bereit, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen, sofern nicht gesetzlich zwingend vorgeschrieben.
